In deutschen Küchen erlebt die Kombination aus Sauerkraut und Kartoffeln eine Renaissance. Dieser herzhafte Auflauf vereint traditionelle Aromen mit modernen Ernährungserkenntnissen und liefert probiotische Bakterien, die unsere Darmgesundheit fördern. Das fermentierte Kraut bringt eine angenehme Säure mit, während die Kartoffeln für Sättigung sorgen und die Schärfe abmildern. Familien schätzen dieses unkomplizierte Gericht besonders an kühlen Abenden, wenn Komfort und Wärme gefragt sind. Die Zubereitung erfordert keine Kochkunst-Meisterschaft, sondern lediglich etwas Geduld beim Schichten der Zutaten. Wer probiotische Lebensmittel in seinen Speiseplan integrieren möchte, findet hier eine schmackhafte Lösung, die auch Kindern meist gut schmeckt.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Kartoffeln
Beginnt damit, die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser zu waschen und mit dem Schäler die Schale zu entfernen. Schneidet sie anschließend in etwa 3 bis 4 Millimeter dicke Scheiben. Diese Dicke ist wichtig, damit die Kartoffeln während der Backzeit gleichmäßig garen und weder zu hart noch zu matschig werden. Legt die geschnittenen Scheiben in eine Schüssel mit kaltem Wasser, damit sie nicht oxidieren und braun werden. Dieser Trick bewahrt auch die schöne helle Farbe der Kartoffeln.
2. Sauerkraut vorbereiten
Nehmt das Sauerkraut aus dem Glas und lasst es durch ein Sieb abtropfen. Wenn ihr es besonders mild mögt, könnt ihr es kurz unter kaltem Wasser abspülen, allerdings gehen dabei auch einige der wertvollen probiotischen Bakterien verloren. Für die volle gesundheitliche Wirkung empfehle ich, das Kraut nur gut abtropfen zu lassen. Lockert die Sauerkrautfäden mit einer Gabel etwas auf, damit sie sich später gleichmäßig in der Form verteilen.
3. Gewürze vorbereiten
Die Wacholderbeeren werden nun im Mörser leicht angestoßen. Anstoßen bedeutet, die Beeren nur leicht zu zerdrücken, nicht zu Pulver zu mahlen. Dadurch setzen sie ihre ätherischen Öle frei und geben dem Gericht sein typisch würziges Aroma. Falls ihr keinen Mörser besitzt, könnt ihr die Beeren auch mit der flachen Seite eines großen Messers auf dem Schneidebrett andrücken. Der Kümmel kann ganz bleiben oder ebenfalls leicht gemörsert werden, je nachdem wie intensiv ihr den Geschmack wünscht.
4. Zwiebeln und Knoblauch anbraten
Schält die Zwiebeln und schneidet sie in feine Würfel. Die Knoblauchzehen werden ebenfalls geschält und fein gehackt. Erhitzt das Pflanzenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze und gebt die Zwiebelwürfel hinein. Bratet sie etwa 5 Minuten an, bis sie glasig werden und leicht golden schimmern. Fügt dann den gehackten Knoblauch hinzu und lasst ihn nur etwa eine Minute mitbraten. Knoblauch verbrennt schnell und wird dann bitter, deshalb immer erst gegen Ende der Bratzeit zugeben. Gebt nun das abgetropfte Sauerkraut in die Pfanne, streut Kümmel, die angestoßenen Wacholderbeeren und Paprikapulver darüber. Rührt alles gut durch und lasst es etwa 3 Minuten zusammen schmoren.
5. Auflaufform vorbereiten und schichten
Heizt den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vor. Fettet eine große Auflaufform leicht mit etwas Öl oder Butter ein. Beginnt nun mit dem Schichten: Verteilt zunächst die Hälfte der abgetropften Kartoffelscheiben gleichmäßig auf dem Boden der Form. Würzt diese Schicht mit etwas Salz und Pfeffer. Darauf kommt die Hälfte der Sauerkrautmischung aus der Pfanne. Legt die Lorbeerblätter zwischen das Sauerkraut. Wiederholt diese Schichtung mit den restlichen Kartoffeln und dem restlichen Sauerkraut. Diese Schichtung sorgt dafür, dass sich die Aromen optimal verbinden.
6. Flüssigkeit hinzufügen
Gießt nun die Gemüsebrühe vorsichtig über den Auflauf. Die Flüssigkeit sollte etwa bis zur Hälfte der obersten Schicht reichen, damit nichts austrocknet, aber der Auflauf auch nicht schwimmt. Die Kartoffeln nehmen während des Backens die Flüssigkeit auf und werden dadurch schön zart. Deckt die Form mit Alufolie ab, damit der Auflauf zunächst im eigenen Dampfgart und nicht zu schnell bräunt.
7. Ersten Backvorgang
Schiebt die abgedeckte Form auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens und lasst den Auflauf 35 Minuten backen. In dieser Zeit werden die Kartoffeln weich und nehmen die würzigen Aromen des Sauerkrauts auf. Nach dieser Zeit könnt ihr mit einem Messer in die Kartoffeln stechen, um zu prüfen, ob sie bereits weich sind. Das Messer sollte ohne großen Widerstand hindurchgleiten.
8. Sauerrahm-Käse-Topping
Während der Auflauf backt, verrührt den Sauerrahm in einer kleinen Schüssel mit einer Prise Salz und Pfeffer. Nach den 35 Minuten Backzeit nehmt die Form aus dem Ofen und entfernt vorsichtig die Alufolie. Verteilt den Sauerrahm gleichmäßig über die oberste Schicht und streut dann den geriebenen Käse darüber. Diese Kombination bildet eine herrlich cremige und goldbraune Kruste.
9. Finaler Backvorgang
Schiebt die nun unbedeckte Form zurück in den Ofen und backt den Auflauf weitere 15 Minuten, bis der Käse geschmolzen ist und eine appetitliche goldbraune Farbe angenommen hat. Wenn ihr es besonders knusprig mögt, könnt ihr in den letzten 3 Minuten die Grillfunktion zuschalten, aber bleibt dabei am Ofen, damit nichts verbrennt. Nehmt den fertigen Auflauf aus dem Ofen und lasst ihn etwa 5 Minuten ruhen, bevor ihr ihn serviert. So setzen sich die Schichten und der Auflauf lässt sich besser portionieren.
Tipp vom Chefkoch
Um die probiotischen Eigenschaften des Sauerkrauts bestmöglich zu erhalten, solltet ihr darauf achten, dass das Kraut selbst nicht zu lange hohen Temperaturen ausgesetzt wird. Die lebenden Milchsäurebakterien sterben bei Temperaturen über 60 Grad ab. Daher ist es sinnvoll, einen Teil des rohen Sauerkrauts beiseitezulegen und erst kurz vor dem Servieren über den fertigen Auflauf zu streuen. Wer den Auflauf noch reichhaltiger gestalten möchte, kann zwischen die Schichten dünne Scheiben von geräuchertem Tofu oder vegetarischen Würstchen legen. Für eine vegane Variante ersetzt ihr den Sauerrahm durch pflanzliche Alternativen auf Soja- oder Haferbasis und verwendet veganen Reibekäse. Der Auflauf schmeckt übrigens am nächsten Tag aufgewärmt noch intensiver, da die Aromen Zeit hatten, sich vollständig zu entfalten.
Passende Getränke zum Sauerkrautauflauf
Zu diesem herzhaften Auflauf passt ein trockener Riesling aus deutschen Anbaugebieten hervorragend. Die fruchtige Säure des Weins harmoniert wunderbar mit der Säure des Sauerkrauts und schneidet durch die Cremigkeit des Käses. Alternativ ist ein Grauburgunder eine ausgezeichnete Wahl, der mit seiner milderen Art die würzigen Noten von Kümmel und Wacholder unterstreicht.
Wer lieber Bier trinkt, sollte zu einem hellen Lagerbier oder einem Kellerbier greifen. Diese Biersorten sind nicht zu schwer und ergänzen die rustikalen Aromen perfekt. Für Antialkoholiker empfiehlt sich ein Apfelschorle mit einem Verhältnis von zwei Teilen Apfelsaft zu einem Teil Mineralwasser, die Frische bringt Ausgleich zur Reichhaltigkeit des Gerichts.
Zusätzliche Info
Der Sauerkrautauflauf mit Kartoffeln hat seine Wurzeln in der traditionellen deutschen Hausmannskost und wurde besonders in ländlichen Regionen geschätzt, wo Sauerkraut als Wintervorrat eine wichtige Rolle spielte. Die Fermentation von Weißkohl zu Sauerkraut ist eine jahrtausendealte Konservierungstechnik, die bereits von den Römern praktiziert wurde.
Ernährungsphysiologisch ist dieses Gericht bemerkenswert: Sauerkraut liefert nicht nur probiotische Bakterien für eine gesunde Darmflora, sondern auch reichlich Vitamin C, Vitamin K und Ballaststoffe. Die Kartoffeln ergänzen das Gericht mit komplexen Kohlenhydraten, Kalium und B-Vitaminen. Zusammen ergibt sich eine ausgewogene Mahlzeit, die sättigt und gleichzeitig die Verdauung unterstützt.
Interessant ist auch die kulturelle Bedeutung: In vielen deutschen Familien wird dieser Auflauf von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jede Familie ihre eigenen kleinen Abwandlungen pflegt. Manche fügen Äpfel hinzu für eine fruchtige Note, andere schwören auf einen Schuss Weißwein in der Brühe.



