Der norddeutsche Kartoffelsalat gehört zu den kulinarischen Traditionen, die an Weihnachten auf keinem Festtisch fehlen dürfen. Anders als sein süddeutscher Verwandter mit Mayonnaise kommt diese Version mit einer klaren Brühe daher und überzeugt durch seinen herzhaften, würzigen Geschmack. Die Kombination aus festkochenden Kartoffeln, knusprigem Speck und einer aromatischen Essig-Öl-Vinaigrette macht diesen Salat zu einem echten Klassiker der norddeutschen Küche. Besonders zur Weihnachtszeit, wenn er traditionell mit Würstchen serviert wird, entfaltet er seine volle Wirkung und wärmt Körper und Seele gleichermaßen.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Kartoffeln kochen
Wascht die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser und gebt sie mit der Schale in einen großen Topf. Bedeckt sie vollständig mit kaltem Wasser und fügt eine Prise Salz hinzu. Bringt das Wasser zum Kochen und lasst die Kartoffeln bei mittlerer Hitze etwa 20 bis 25 Minuten garen, bis sie weich sind. Festkochende Kartoffeln bedeutet, dass die Kartoffeln nach dem Kochen ihre Form behalten und nicht zerfallen. Prüft mit einer Gabel, ob sie gar sind. Sie sollten sich leicht einstechen lassen, aber nicht zu weich sein.
2. Kartoffeln abkühlen und schälen
Gießt die gekochten Kartoffeln ab und lasst sie kurz ausdampfen. Sobald ihr sie anfassen könnt, ohne euch zu verbrennen, schält sie vorsichtig. Die Schale lässt sich bei noch warmen Kartoffeln besonders leicht entfernen. Schneidet die geschälten Kartoffeln in etwa einen halben Zentimeter dicke Scheiben. Achtet darauf, dass die Scheiben möglichst gleichmäßig dick sind, damit der Salat später harmonisch aussieht.
3. Speck auslassen
Schneidet den durchwachsenen Speck in kleine Würfel von etwa einem halben Zentimeter Größe. Erhitzt eine Pfanne ohne zusätzliches Fett und gebt die Speckwürfel hinein. Bratet sie bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Wenden, bis sie schön knusprig und goldbraun sind. Auslassen nennt man den Vorgang, bei dem das Fett aus dem Speck austritt und er dabei knusprig wird. Nehmt den Speck mit einer Schaumkelle heraus und lasst ihn auf Küchenpapier abtropfen. Bewahrt das ausgelassene Fett in der Pfanne auf.
4. Zwiebeln anbraten
Schält die Zwiebeln und schneidet sie in feine Würfel. Gebt sie in die Pfanne mit dem Speckfett und bratet sie bei mittlerer Hitze glasig an. Sie sollten weich werden und leicht Farbe annehmen, aber nicht braun werden. Dieser Vorgang dauert etwa fünf bis sieben Minuten. Rührt regelmäßig um, damit die Zwiebeln gleichmäßig garen und nicht anbrennen.
5. Vinaigrette zubereiten
Erwärmt die Gemüsebrühe in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle. In einer Schüssel vermengt ihr den Weißweinessig, das Gurkenwasser, den Senf, den Zucker, Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer. Schlagt die Mischung mit einem Schneebesen kräftig auf. Gebt dann das Rapsöl und das noch warme Speckfett aus der Pfanne hinzu und verrührt alles zu einer homogenen Vinaigrette, einer säuerlichen Soße auf Essig-Öl-Basis. Schmeckt die Vinaigrette ab und passt die Würzung nach eurem Geschmack an.
6. Gurken vorbereiten
Schneidet die Gewürzgurken in kleine Würfel oder dünne Scheiben, je nach eurer Vorliebe. Die Gurken geben dem Kartoffelsalat eine angenehme säuerliche Note und sorgen für zusätzliche Frische. Ihr könnt auch einen Teil der Gurken in etwas größere Stücke schneiden, um interessante Texturen im Salat zu erzeugen.
7. Salat zusammenfügen
Gebt die noch warmen Kartoffelscheiben in eine große Schüssel. Gießt die warme Gemüsebrühe vorsichtig über die Kartoffeln. Die warmen Kartoffeln nehmen die Flüssigkeit besonders gut auf und werden dadurch schön saftig. Lasst sie etwa zehn Minuten ziehen. Fügt dann die gebratenen Zwiebeln, die knusprigen Speckwürfel und die Gurkenwürfel hinzu. Gießt die Vinaigrette darüber und vermengt alles vorsichtig mit einem großen Löffel oder einem Salatbesteck.
8. Ziehen lassen und abschmecken
Deckt die Schüssel ab und lasst den Kartoffelsalat mindestens eine Stunde bei Raumtemperatur durchziehen. Noch besser schmeckt er, wenn ihr ihn über Nacht im Kühlschrank ziehen lasst. Vor dem Servieren holt ihr ihn etwa 30 Minuten aus dem Kühlschrank, damit er nicht eiskalt ist. Schmeckt ihn nochmals ab und fügt bei Bedarf Salz, Pfeffer, Essig oder etwas Brühe hinzu, falls er zu trocken geworden ist.
9. Garnieren und servieren
Wascht den Schnittlauch, tupft ihn trocken und schneidet ihn in feine Röllchen. Streut den frischen Schnittlauch kurz vor dem Servieren über den Kartoffelsalat. Das gibt ihm nicht nur eine schöne grüne Farbe, sondern auch eine frische, zwiebelartige Note. Rührt den Salat ein letztes Mal vorsichtig durch und richtet ihn in einer schönen Schüssel an.
Tipp vom Chefkoch
Der norddeutsche Kartoffelsalat schmeckt am besten, wenn er am Vortag zubereitet wird. Über Nacht können die Aromen richtig durchziehen und die Kartoffeln nehmen die Vinaigrette optimal auf. Falls der Salat nach dem Durchziehen zu trocken erscheint, gebt einfach etwas warme Gemüsebrühe hinzu. Für eine vegetarische Variante könnt ihr den Speck weglassen und stattdessen geröstete Zwiebeln verwenden. Achtet darauf, wirklich festkochende Kartoffeln zu verwenden, denn mehligkochende würden beim Vermengen zerfallen und der Salat würde matschig werden. Ein kleiner Geheimtipp: Gebt einen Teelöffel Gurkenwasser mehr hinzu als im Rezept angegeben, das intensiviert den typisch norddeutschen Geschmack.
Passende Getränke zum norddeutschen Kartoffelsalat
Zum herzhaften norddeutschen Kartoffelsalat passt traditionell ein kühles norddeutsches Bier, beispielsweise ein Pils oder ein Helles. Die leichte Bitterkeit des Bieres harmoniert wunderbar mit der säuerlichen Vinaigrette und dem würzigen Speck. Wer lieber Wein trinkt, sollte zu einem trockenen Riesling oder einem Grauburgunder greifen. Diese Weißweine haben genug Säure, um mit der Vinaigrette mitzuhalten, ohne den Geschmack des Salates zu überlagern. Für Kinder und Nicht-Alkoholtrinker empfiehlt sich ein spritziger Apfelsaft oder ein alkoholfreies Weizenbier, das ebenfalls die norddeutsche Tradition unterstreicht.
Zusätzliche Info
Der norddeutsche Kartoffelsalat hat eine lange Tradition in den Küstenregionen Deutschlands und unterscheidet sich grundlegend von der süddeutschen Variante mit Mayonnaise. In Norddeutschland wird der Kartoffelsalat mit einer klaren Vinaigrette zubereitet, was ihn leichter und bekömmlicher macht. Besonders an Heiligabend gehört er zum festen Bestandteil des Festessens und wird traditionell mit Würstchen oder Bockwurst serviert. Diese Kombination hat ihren Ursprung darin, dass die Hausfrauen am 24. Dezember nicht lange in der Küche stehen wollten, sondern Zeit mit der Familie verbringen wollten.
Die Verwendung von Speck und Zwiebeln verleiht dem Salat seinen charakteristischen herzhaften Geschmack, während die Gewürzgurken für die typische säuerliche Note sorgen. Jede Region und oft jede Familie hat ihre eigene Variante mit kleinen Abwandlungen. Manche fügen noch hartgekochte Eier hinzu, andere schwören auf einen Schuss Fleischbrühe statt Gemüsebrühe. In Küstennähe wird manchmal auch Matjes oder Hering untergemischt, was dem Salat eine maritime Note verleiht.



