Die klassische Hühnersuppe nach Omas Rezept gilt seit Generationen als bewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Mediziner bestätigen heute wissenschaftlich, was unsere Großmütter intuitiv wussten: diese dampfende Kraftbrühe lindert Symptome und unterstützt die Genesung. Der heiße Dampf befeuchtet die Atemwege, die enthaltenen Nährstoffe stärken das Immunsystem, und die Wärme wirkt wohltuend auf den gesamten Organismus.
Das Geheimnis liegt in der langen, schonenden Zubereitung, bei der Knochen und Gemüse ihre wertvollen Inhaltsstoffe an die Brühe abgeben. Zink aus dem Hühnerfleisch, ätherische Öle aus dem Gemüse und Aminosäuren aus dem Kollagen (Strukturprotein aus Knochen und Knorpel) wirken entzündungshemmend und schleimlösend. Diese traditionelle Suppe ist mehr als nur Nahrung – sie ist Medizin aus der Küche.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung des Suppenhuhns
Spülen Sie das Suppenhuhn gründlich unter kaltem Wasser ab und entfernen Sie eventuell vorhandene Federreste. Tupfen Sie es mit Küchenpapier trocken. Legen Sie das Huhn in Ihren großen Suppentopf und bedecken Sie es vollständig mit etwa 3 Litern kaltem Wasser. Das kalte Wasser ist wichtig, damit sich die Aromastoffe langsam lösen können. Bringen Sie das Wasser bei mittlerer Hitze langsam zum Kochen.
2. Abschäumen der Brühe
Sobald das Wasser zu köcheln beginnt, bildet sich an der Oberfläche ein grauer Schaum. Dieser besteht aus geronnenem Eiweiß (denaturierte Proteine) und Verunreinigungen. Entfernen Sie diesen Schaum regelmäßig mit dem Schaumlöffel, damit Ihre Brühe später klar und appetitlich aussieht. Reduzieren Sie die Hitze so weit, dass die Brühe nur noch ganz sanft siedet – sie sollte leicht blubbern, aber nicht heftig kochen.
3. Zugabe der Aromaten
Schälen Sie die Zwiebeln und halbieren Sie diese. Schälen Sie die Knoblauchzehen und drücken Sie diese leicht mit der flachen Messerseite an, damit sie ihre Aromen besser freigeben. Geben Sie Zwiebeln, Knoblauch, das getrocknete Suppengrün, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und Wacholderbeeren zur Brühe. Die Wacholderbeeren verleihen der Suppe eine typisch würzige Note, die besonders bei Erkältungen wohltuend wirkt. Würzen Sie mit etwa einem Teelöffel Salz.
4. Langsames Köcheln lassen
Lassen Sie die Suppe nun für mindestens zwei Stunden bei sehr schwacher Hitze köcheln. Der Deckel sollte leicht schräg aufliegen, damit Dampf entweichen kann. Je länger die Suppe zieht, desto intensiver wird der Geschmack und desto mehr wertvolle Inhaltsstoffe lösen sich aus Knochen und Knorpeln. Kontrollieren Sie gelegentlich die Flüssigkeitsmenge und gießen Sie bei Bedarf heißes Wasser nach.
5. Entnehmen und Zerteilen des Huhns
Heben Sie das Huhn vorsichtig mit zwei Schaumlöffeln aus der Brühe und legen Sie es auf ein großes Schneidebrett. Lassen Sie es etwas abkühlen, bis Sie es anfassen können. Lösen Sie nun das Fleisch von den Knochen und zupfen Sie es in mundgerechte Stücke. Die Haut können Sie entfernen, da sie sehr fetthaltig ist. Die Knochen geben Sie zurück in die Brühe und lassen alles nochmals 30 Minuten köcheln – so wird die Brühe noch kräftiger.
6. Abseihen der Brühe
Gießen Sie die Brühe durch ein feines Sieb in einen zweiten großen Topf. Drücken Sie das Gemüse und die Knochen leicht aus, um alle Aromen zu gewinnen. Entsorgen Sie die ausgekochten Zutaten. Sie haben jetzt eine klare, goldgelbe Brühe, die bereits wunderbar duftet. Wenn Sie möchten, können Sie die Brühe nochmals durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb gießen, um sie noch klarer zu machen.
7. Würzen und Verfeinern
Schmecken Sie die Brühe mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss ab. Die Muskatnuss verstärkt die wärmende Wirkung der Suppe. Fügen Sie die getrocknete Petersilie und den Liebstöckel hinzu. Liebstöckel wird auch Maggikraut genannt und gibt der Suppe eine typisch herzhafte Note. Bringen Sie die Brühe erneut zum Kochen.
8. Garen der Suppennudeln
Geben Sie die Suppennudeln in die kochende Brühe und kochen Sie diese nach Packungsanweisung gar, meist etwa 8 bis 10 Minuten. Die Nudeln sollten bissfest sein, also noch einen leichten Widerstand beim Kauen haben. Fügen Sie das zerkleinerte Hühnerfleisch hinzu und lassen Sie es nur noch kurz erwärmen. Schmecken Sie die Suppe ein letztes Mal ab und servieren Sie sie dampfend heiß.
Tipp vom Chefkoch
Für eine noch intensivere Brühe können Sie die Zwiebelhälften vor dem Kochen mit der Schnittfläche nach unten in einer trockenen Pfanne anrösten, bis sie dunkelbraun sind – das verleiht der Suppe eine wunderbare Farbe und ein röstiges Aroma. Wenn Sie die Suppe auf Vorrat kochen möchten, frieren Sie die Brühe ohne Nudeln ein, denn diese werden beim Auftauen matschig. Geben Sie die Nudeln erst beim Aufwärmen frisch hinzu. Bei akuter Erkältung können Sie zusätzlich frischen Ingwer und Chili verwenden – beide wirken durchblutungsfördernd und schweißtreibend. Ein Schuss Zitronensaft kurz vor dem Servieren liefert extra Vitamin C und frischt den Geschmack auf.
Passende Getränke zur Hühnersuppe
Zur Hühnersuppe empfiehlt sich vor allem bei Erkältung ein heißer Kräutertee mit Thymian, Salbei oder Kamille, der die heilende Wirkung der Suppe unterstützt. Ein Ingwertee mit Honig und Zitrone wärmt zusätzlich von innen und stärkt die Abwehrkräfte.
Wenn Sie nicht erkältet sind und die Suppe einfach genießen möchten, passt ein trockener Weißwein wie ein Silvaner oder Grauburgunder hervorragend. Die feinen Fruchtnoten harmonieren mit der würzigen Brühe. Auch ein helles, nicht zu hopfenbetontes Bier ist eine gute Wahl zur deftigen Hühnersuppe.
Zusätzliche Info
Die Hühnersuppe als Heilmittel hat eine jahrhundertealte Tradition in vielen Kulturen weltweit. Bereits der jüdische Gelehrte Maimonides empfahl im 12. Jahrhundert Hühnerbrühe gegen Atemwegserkrankungen. In Deutschland wurde das Rezept über Generationen von Großmüttern weitergegeben und galt als erste Maßnahme bei Erkältungen.
Wissenschaftliche Studien der Universität Nebraska bestätigten 2000, dass Hühnersuppe tatsächlich entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Die Inhaltsstoffe hemmen die Wanderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutrophile), was die Entzündungsreaktion in den oberen Atemwegen mildert. Das enthaltene Cystein, eine Aminosäure, wirkt schleimlösend und ähnelt in seiner chemischen Struktur dem Wirkstoff Acetylcystein aus Hustenlösern.
Die Wärme der Suppe erhöht die Durchblutung der Schleimhäute und beschleunigt so den Abtransport von Krankheitserregern. Der Dampf befeuchtet die gereizten Atemwege und erleichtert das Abhusten. Zudem liefert die nahrhafte Brühe wichtige Mineralstoffe und Flüssigkeit, die der Körper während einer Erkrankung besonders benötigt.



