Cremige Schwarzwurzelsuppe: Dieses vergessene Wintergemüse feiert sein Comeback

Cremige Schwarzwurzelsuppe: Dieses vergessene Wintergemüse feiert sein Comeback

Die Schwarzwurzel, auch als Winterspargel bekannt, erlebt derzeit eine bemerkenswerte Renaissance in deutschen Küchen. Dieses fast vergessene Wurzelgemüse, das jahrhundertelang auf den Tellern unserer Vorfahren seinen festen Platz hatte, verschwindet seit Jahrzehnten zunehmend aus dem kulinarischen Bewusstsein. Doch nun entdecken Köche und Hobbyköche gleichermaßen die außergewöhnlichen Qualitäten dieses unscheinbaren Wintergemüses wieder. Mit seinem feinen, nussig-erdigen Geschmack und seiner cremigen Konsistenz eignet sich die Schwarzwurzel hervorragend für eine wärmende Suppe, die Körper und Seele in der kalten Jahreszeit verwöhnt.

Diese cremige Schwarzwurzelsuppe verbindet traditionelle Kochkunst mit modernen Zubereitungstechniken. Das Rezept zeigt, wie aus diesem bescheidenen Wurzelgemüse eine raffinierte Vorspeise entsteht, die selbst anspruchsvolle Gaumen begeistert. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld beim Schälen, belohnt jedoch mit einem einzigartigen Geschmackserlebnis, das die charakteristische Eleganz der deutschen Winterküche perfekt verkörpert.

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moyen

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Schwarzwurzeln

Bereitet zunächst eine Schüssel mit kaltem Wasser vor und gebt den Zitronensaft hinein. Dies verhindert, dass die geschälten Schwarzwurzeln oxidieren und braun werden. Zieht am besten Einweghandschuhe an, denn Schwarzwurzeln sondern beim Schälen einen klebrigen Saft ab, der die Hände verfärben kann. Wascht die Schwarzwurzeln gründlich unter fließendem Wasser und bürstet Erdreste ab. Schält sie dann mit einem Sparschäler von oben nach unten und legt die geschälten Wurzeln sofort ins Zitronenwasser. Schneidet die Schwarzwurzeln anschließend in etwa 2 Zentimeter lange Stücke.

2. Gemüse andünsten

Schält die Schalotten und den Knoblauch und hackt beides fein. Erhitzt die Butter in einem großen Topf bei mittlerer Hitze. Gebt die Schalotten hinein und lasst sie etwa 3 Minuten glasig dünsten, dabei regelmäßig umrühren. Fügt den gehackten Knoblauch hinzu und bratet ihn weitere 30 Sekunden an, bis er duftet. Achtet darauf, dass der Knoblauch nicht braun wird, sonst schmeckt er bitter.

3. Schwarzwurzeln anbraten

Nehmt die Schwarzwurzelstücke aus dem Zitronenwasser und tupft sie mit einem Küchentuch trocken. Gebt sie zu den Schalotten in den Topf und bratet sie unter gelegentlichem Rühren etwa 5 Minuten an. Die Schwarzwurzeln sollten leicht Farbe annehmen. Dieser Schritt ist wichtig, denn das Anbraten verstärkt den nussigen Geschmack des Gemüses erheblich.

4. Ablöschen und köcheln lassen

Gießt den Weißwein zu den Schwarzwurzeln und lasst ihn bei erhöhter Hitze etwa 2 Minuten einkochen, bis die Flüssigkeit um die Hälfte reduziert ist. Das Reduzieren bedeutet, dass durch Verdampfen die Flüssigkeit konzentrierter wird und der Alkohol verfliegt. Gießt dann die Gemüsebrühe auf und bringt alles zum Kochen. Reduziert die Hitze und lasst die Suppe zugedeckt etwa 25 Minuten sanft köcheln, bis die Schwarzwurzeln sehr weich sind und sich leicht mit einer Gabel zerdrücken lassen.

5. Pürieren und verfeinern

Nehmt den Topf vom Herd und püriert die Suppe mit einem Stabmixer sehr fein, bis eine samtige Konsistenz entsteht. Dies dauert etwa 2 bis 3 Minuten. Für eine besonders feine Textur könnt ihr die Suppe durch ein feines Sieb streichen, dies ist aber optional. Gießt die Sahne hinzu und erhitzt die Suppe erneut, ohne sie jedoch kochen zu lassen. Würzt mit Salz, weißem Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss. Schmeckt die Suppe ab und korrigiert die Würzung nach Bedarf.

6. Anrichten und servieren

Wascht die Petersilie, schüttelt sie trocken und hackt die Blätter fein. Verteilt die heiße Suppe auf vorgewärmte Suppenteller. Gebt in die Mitte jeder Portion einen Klecks Crème fraîche und streut die gehackte Petersilie darüber. Serviert die Suppe sofort, solange sie noch dampfend heiß ist.

Klara

Tipp vom Chefkoch

Um Zeit zu sparen, könnt ihr die Schwarzwurzeln bereits am Vortag schälen und in Zitronenwasser im Kühlschrank aufbewahren. Wer keine Einweghandschuhe zur Hand hat, kann die Hände vor dem Schälen mit etwas Öl einreiben, das schützt ebenfalls vor Verfärbungen. Für eine noch intensivere Geschmacksnote könnt ihr die Suppe mit einem Teelöffel geröstetem Haselnussöl verfeinern, das harmoniert wunderbar mit dem nussigen Aroma der Schwarzwurzeln. Falls die Suppe zu dick geraten ist, verdünnt sie einfach mit etwas zusätzlicher Gemüsebrühe. Umgekehrt könnt ihr eine zu dünne Suppe durch längeres Köcheln ohne Deckel eindicken lassen.

Weinbegleitung zur Schwarzwurzelsuppe

Zu dieser cremigen Schwarzwurzelsuppe empfiehlt sich ein trockener Weißwein mit guter Säurestruktur und dezenter Frucht. Ein Grauburgunder aus Baden oder der Pfalz passt hervorragend, da seine nussigen Noten die Aromen der Schwarzwurzel unterstreichen. Alternativ harmoniert ein Silvaner aus Franken wunderbar mit dieser Suppe, seine erdigen Nuancen ergänzen das Wurzelgemüse perfekt.

Wer einen französischen Wein bevorzugt, greift zu einem Chablis, dessen mineralische Frische einen schönen Kontrast zur Cremigkeit der Suppe bildet. Die Serviertemperatur sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius liegen. Für Nicht-Weintrinker eignet sich ein trockener Apfelmost oder ein aromatischer Kräutertee mit Thymian und Salbei als Begleitung.

Zusätzliche Info

Die Schwarzwurzel, botanisch Scorzonera hispanica, stammt ursprünglich aus Spanien und wurde bereits im 16. Jahrhundert als Heilpflanze geschätzt. Ihr deutscher Name Winterspargel verweist auf die Erntezeit von Oktober bis März sowie auf ihren feinen, spargelähnlichen Geschmack. Im 19. Jahrhundert war die Schwarzwurzel in Deutschland ein Grundnahrungsmittel, geriet jedoch mit der Industrialisierung der Landwirtschaft zunehmend in Vergessenheit, da ihre Ernte arbeitsintensiv ist.

Ernährungsphysiologisch überzeugt die Schwarzwurzel durch ihren hohen Gehalt an Inulin, einem präbiotischen Ballaststoff, der die Darmgesundheit fördert. Sie enthält zudem reichlich Eisen, Kalzium, Magnesium und Vitamin E. Mit nur 16 Kalorien pro 100 Gramm ist sie außerdem sehr kalorienarm. Die Renaissance dieses Wintergemüses begann in den 2010er Jahren, als Sterneköche die Schwarzwurzel wiederentdeckten und in ihre Menüs integrierten. Heute findet man sie wieder häufiger auf Wochenmärkten und in gut sortierten Gemüseabteilungen.

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