Bitte keine Tomaten: So geht die Original-Bolognese aus Bologna

Bitte keine Tomaten: So geht die Original-Bolognese aus Bologna

Die ragù alla bolognese ist weit mehr als nur eine einfache Hackfleischsauce. In ihrer Heimatstadt Bologna wird sie seit Generationen nach einem überlieferten Rezept zubereitet, das sich grundlegend von der weltweit bekannten Spaghetti-Bolognese unterscheidet. Der wichtigste Unterschied: keine Tomaten in großen Mengen, sondern nur ein Hauch Tomatenmark für die Farbe und Tiefe. Diese authentische Zubereitung setzt auf langsames Schmoren, hochwertige Zutaten und viel Geduld. Das Ergebnis ist eine samtweiche, aromatische Sauce, die traditionell zu Tagliatelle oder für Lasagne verwendet wird. Wer einmal diese Original-Version gekostet hat, versteht, warum die Bologneser so stolz auf ihr kulinarisches Erbe sind.

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moyen

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. vorbereitung des gemüses

Schäle die Karotte, die Zwiebel und wasche die Selleriastange gründlich. Schneide alle drei Gemüsesorten in sehr kleine Würfel von etwa 2-3 millimeter größe. Diese feine Würfelung nennt man brunoise, eine klassische französische Schneidetechnik. Je feiner du das Gemüse schneidest, desto besser löst es sich später in der Sauce auf und gibt seine Aromen ab. Schneide auch die Pancetta in kleine Würfel. Diese italienische Specksorte ist leicht gesalzen und gibt der Sauce eine wunderbare herzhafte Note.

2. anbraten der pancetta

Erhitze das Olivenöl und die Butter in einem großen, schweren Topf bei mittlerer Hitze. Gib die gewürfelte Pancetta hinein und brate sie etwa 5 minuten lang an, bis sie leicht knusprig wird und ihr Fett ausgelassen hat. Das Fett der Pancetta wird zur Geschmacksbasis deiner Sauce. Achte darauf, dass die Pancetta nicht zu dunkel wird, sie soll goldbraun sein.

3. soffritto zubereiten

Füge nun das fein gewürfelte Gemüse zur Pancetta hinzu. Diese Mischung aus Zwiebel, Karotte und Sellerie nennt man in Italien soffritto, die aromatische Grundlage vieler italienischer Gerichte. Brate das Gemüse bei mittlerer Hitze etwa 10 minuten lang, bis es weich wird und die Zwiebeln glasig sind. Rühre regelmäßig um, damit nichts anbrennt. Das Gemüse soll seine Süße entwickeln, aber nicht bräunen.

4. hackfleisch anbraten

Erhöhe die Hitze auf mittelhoch und gib das Rinder- und Schweinehackfleisch in den Topf. Zerteile das Fleisch mit einem Holzlöffel und brate es etwa 10 minuten lang an. Es ist wichtig, dass das Fleisch seine Feuchtigkeit verliert und eine leicht bräunliche Farbe annimmt. Dieser Schritt heißt anbraten und sorgt für intensive Röstaromen. Das Fleisch sollte krümelig sein, keine großen Klumpen bilden.

5. ablöschen mit wein

Gieße den Weißwein über das Fleisch und lass ihn bei hoher Hitze etwa 5 minuten köcheln, bis der Alkohol vollständig verdampft ist. Du erkennst das daran, dass der stechende Alkoholgeruch verschwindet. Das Ablöschen mit Wein nennt man deglaziern, dabei lösen sich die am Topfboden angesetzten Röstaromen und geben der Sauce zusätzlichen Geschmack.

6. tomatenmark einrühren

Rühre das Tomatenmark unter und lass es etwa 2 minuten mitbraten. Das Tomatenmark gibt der Sauce eine dezente Tomatennote und eine schöne Farbe, ohne den Geschmack zu dominieren. In der Original-Bolognese werden keine frischen Tomaten oder passierten Tomaten verwendet, nur ein Hauch Tomatenmark.

7. langsames schmoren beginnen

Gieße die Rinderbrühe an und bringe alles zum Kochen. Reduziere dann die Hitze auf die niedrigste Stufe. Die Sauce soll nun mindestens 2,5 stunden bei sehr sanfter Hitze köcheln. Sie darf nur leicht blubbern, nicht stark kochen. Decke den Topf nur halb ab, damit Flüssigkeit verdampfen kann. Rühre alle 20 minuten um und prüfe, ob noch genug Flüssigkeit vorhanden ist.

8. milch hinzufügen

Nach etwa 1,5 stunden Kochzeit gieße die Vollmilch in die Sauce. Die Milch macht die Sauce besonders zart und samtig. Lass die Sauce weitere 60 minuten bei niedrigster Hitze köcheln. Die Milch sollte vollständig in die Sauce einziehen. Wenn die Sauce zu trocken wird, gib etwas mehr Brühe hinzu.

9. würzen und abschmecken

Reibe eine Prise frische Muskatnuss über die Sauce und schmecke sie mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer ab. Die Muskatnuss ist ein typisches Gewürz der emilianischen Küche und rundet den Geschmack wunderbar ab. Sei vorsichtig mit dem Salz, da die Pancetta bereits salzig ist. Die fertige Sauce sollte eine dicke, cremige Konsistenz haben.

Klara

Tipp vom Chefkoch

Die Geduld beim Schmoren ist der Schlüssel zum Erfolg: je länger die Sauce bei niedriger Hitze köchelt, desto intensiver werden die Aromen. Profis lassen die ragù sogar 4 stunden schmoren. Du kannst die Sauce auch am Vortag zubereiten, über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen und am nächsten Tag aufwärmen, dann schmeckt sie noch besser. Verwende unbedingt eine Mischung aus Rind- und Schweinehackfleisch, das gibt die perfekte Balance zwischen Geschmack und Textur.

Weinbegleitung zur Original-Bolognese

Zur authentischen ragù alla bolognese passt ein kräftiger Rotwein aus der Emilia-Romagna perfekt. Ein Sangiovese di Romagna mit seinen fruchtigen Noten und seiner leichten Säure harmoniert wunderbar mit der reichhaltigen Sauce. Alternativ ist ein Lambrusco, der prickelnde Rotwein aus der Region, eine traditionelle Wahl, die mit seiner Frische die Fülle der Sauce ausbalanciert. Für Weißweinliebhaber empfiehlt sich ein Albana di Romagna, der mit seiner Struktur standhält. Serviere den Wein bei 16-18 grad celsius.

Zusätzliche Info

Die ragù alla bolognese wurde 1982 offiziell von der Accademia Italiana della Cucina bei der Handelskammer von Bologna registriert, um das authentische Rezept für die Nachwelt zu bewahren. Interessanterweise enthält das Originalrezept nur sehr wenig Tomate, ganz im Gegensatz zur weltweit verbreiteten Tomaten-Hackfleisch-Sauce. Die Sauce wird in Bologna traditionell niemals mit Spaghetti serviert, sondern ausschließlich mit frischen tagliatelle, breiten Bandnudeln aus Eiernudelteig, oder für lasagne alla bolognese verwendet. Der Name leitet sich von der Stadt Bologna ab, der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna, die als kulinarisches Herz Italiens gilt. Die lange Kochzeit und die Verwendung von Milch sind charakteristisch für die norditalienische Küche und unterscheiden diese Sauce grundlegend von süditalienischen Tomatensaucen.

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